2019

Gabriele Baumgartner

Ich war immer für Bücherkästen (JM 1991)

Josef Mikl zählt nicht nur in malerischer Hinsicht zu einem der wichtigsten Künstler Österreichs, sondern wird auch aufgrund seines Intellekts und seiner Belesenheit respektiert. Wie eng sein Leben mit Literatur verknüpft war, belegen nicht nur seine eigenen zahlreichen satirischen Schriften und Texte über Künstlerkollegen, sondern es flossen auch in seine Kunst immer wieder malerische Interpretationen seiner von ihm geschätzten Autoren ein.



2018

Brigitte Mikl Bruckner,

Der Mikl

Keiner mag dich, doch jeder liebt dich!

Mit dir in den Ringkampf zu steigen – deine wilden mentalen Lupo’s...



2018

Gabriele Baumgartner

Der österreichische Maler Josef Mikl

Josef Mikl gilt als einer der prägendsten Künstler Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg. 1929 in Wien geboren, lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod 2008 in seiner Heimatstadt.



2008

Brigitte Mikl Bruckner,

Der Josef Mikl-Grund

Mit dem Grundierhandwerk beginnt alles.

Notwendig für samtige, goblinhafte Tiefen bei großen Flächen, für klare, präzise, durchschneidende Pinselstriche, leuchtende Farben in klarster Form, matt und glänzende Oberflächen nebeneinander, kräftiges Leinen als Grundlage. Spannung bis im kleinsten Detail erhalten.



2004

Carl Aigner

"Meine Bilder sind oft Stilleben"

Es mag auf den ersten Blick überraschen, daß ein Künstler wie Josef Mikl ein derartiges Resümee seines Schaffens zieht. Und dennoch: Sowenig Mikl ein „abstrakter“, ein rein „gestischer“ Maler und Zeichner ist, sosehr ist das Stilleben – neben dem Thema Körper – bestimmende Bildform seines gesamten, im Verlaufe von fast 60 Jahren entfalteten Oeuvre.



2004

Alois Brandstetter

Josef Mikl

Eine frühe Bekanntschaft mit Josef Mikl, mit seinem Werk nämlich, ist verbunden mit einem Schockerlebnis. Als Teilnehmer einer Tagung im Salzburger Bildungshaus St.Virgil betrat ich des Morgens nach einer wegen der vielen lästigen Gelsen in meinem Zimmerchen unruhig verbrachten Nacht ganz zerstochen die Kapelle des Hauses, um am Morgengottesdienst teilzunehmen.



1999

Wieland Schmied

Eröffnungsrede Juli 1999, Jesuitenkirche

Galerie der Stadt Aschaffenburg

Die Bildwelt, die Josef Mikl uns vor Augen stellt, ist beides: einfach und komplex zugleich. Von allen Bildern Josef Mikls geht die Suggestion der Spontaneität aus. Sie scheinen geradezu vor Spontaneität zu bersten. Und doch verdanken sie ihr Entstehen einem Arbeitsvorgang, der von Kontrolle, Disziplin und einem beinahe ätzenden kritischen Bewußtsein beherrscht ist. So direkt ihre Wirkung sein mag: Josef Mikl erreicht seine Bilder nur auf Umwegen. Das macht ihren Reichtum aus.



1993

Artur Rosenauer

Einleitung

(Katalog: Josef Mikl: Arbeiten 1988 - 1993)

Wenn man bedenkt, dass Josef Mikl auf eine mehr als 45jährige Karriere zurückblickt, so beeindruckt die ungebrochene Vitalität seines Schaffens. Gerade die Bilder der letzten drei Jahre zeigen eine neue Intensität und Freiheit der Komposition. Mikl, eine prägende Persönlichkeit der österreichischen Moderne, hat die Fähigkeit, sich zu wandeln und zu erneuern, bis heute in einem erstaunlichen Maße bewahrt: wobei diese Sich-Wandeln auch ein Zurückkehren zu Positionen, die er schon früher vertreten hat, bedeuten kann – ein Sich-selbst-Finden im Weiterschreiten.



1992

Artur Rosenauer

Zu Josef Mikl

Josef Mikl ist einer der großen Protagonisten der Österreichischen Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

 

Schon in den Jahren 1948-1955, noch als Schüler der Meisterklasse Dobrovsky an der Wiener Akademie, gehörte er dem Art Club an. 1956 gründete er gemeinsam mit Wolfgang Hollegha, Markus Prachensky und Arnulf Rainer die Gruppe Galerie St. Stephan, deren Leiter der legendäre Monsignore Otto Mauer war. 1968 vertrat Josef Mikl Österreich auf der 34. Biennale in Venedig. 1969 wurde er als Professor an die Wiener Akademie der bildenden Künste berufen und seit 1972 betreut er den Abendakt.



1988

Artur Rosenauer

Einleitung (Katalog: Josef Mikl, Arbeiten 1980 - 87)

In den letzten fünf Jahren ist Josef Mikl zu einer Malerei zurückgekehrt, die sich – im Gegensatz zur lyrischen Grundhaltung der siebziger und frühen achtziger Jahre – durch eine Vorliebe für monumentale Kompositionen auszeichnet, in denen große Farbflächen und der dezitierte Duktus breiter Pinselstriche dominieren. In diesen Werken treten erneut Qualitäten in Erscheinung, die bereits in früheren Arbeiten angelegt waren.



1967

Albert Schulze-Vellinghausen

Wo Mikl steht

Wer die frühen, gerüsteten Männer Josef Mikls kennt, Figuren in einem Harnisch, der sowohl zu den Raketen von Cap Kennedy wie zu den Turnieren der Babenberger Herzöge passen könnte, muß die Weite bewundern, die des Künstlers optische Vision umfaßt. Der heutige Mikl „schreibt" - in mitunter beträchtlich großen Formaten - auf den zumeist einfarbigen Gründen mit einem breiten Pinsel die schraffierten, leuchtenden Majuskeln seiner Weltsicht.



1967

Albert Schulze-Vellinghausen

Eröffnungsrede April 1967 Schloß Wittringen

Museum Gladbeck

Meine Damen und Herren, liebe Freunde,

der Mensch, der Künstler, kommt nicht aus der Luft, sondern irgendwoher. So wenig es mir liegt, historische, materialistische, soziologische Momente allzusehr herauszustellen, herauszustreichen: auch der freieste Künstler noch ist jemand, der aus einem in sich selbst gebundenen Ort kommt. Das ist im Falle meines Freundes Josef Mikl Wien.



1961

Alfred Schmeller

Und der Tod spielt Minigolf
Knochenmänner in Löwenmaulfarben: Aktzeichnungen von Mikl

Noch auf der Akademie zeichnete Josef Mikl mit der Kohle die Akte auf Packpapier, die gegenwärtig in der Galerie St. Stephan ausgestellt sind. Viele werden jetzt sagen, ja, damals 1961, war er gut.