Josef Mikl 1929 - 2008

Wolfgang Hollegha, 1964

Wolfgang Hollegha wird von der Natur dringend
gebraucht. Sie Braucht ihn, weil er sie anständig
behandelt.
Weil sie sonst von Kunsttanten, von dem letzten
Schrei nach der Natur, von B.B.'s usw. missbraucht
wird. Weil sie sonst von Existenzen umgeben ist
die sich mit ihr ein Alibi verschaffen wollen. Von den
ersten Skizzen und seinen Zeichnungen bewegt
sich Hollegha langsam auf seinem Gleis fort, bis zu
den fertigen Bildern. Er besteigt aber nicht den
Zug der Zeit, der sich zwischen dem Kunsthimmel und
dem Kunstjournalismus verkehrt. Da jener oft genug
aus Pappdeckel, dieser aber den Angebern, den
Unechten, den Roßtäuschern, den Schmieren-
komödianten eine Heimat ist.

 

 

Josef Mikl, Über Wolfgang Hollegha, Geh durch den Spiegel, 38. Ausstellungskatalog, Galerie Der Spiegel, Köln

Wer ein Hollegha ist, braucht keine Zeilen für
sich oder gegen sich oder über sich, denn seine
Qualität wird man erkennen. Zwar mit einer sicheren
Verspätung, aber die Wahrheit ist langsam und
dauert lange.