Josef Mikl 1929 - 2008

Viktoria Tomek, Österreichische Moderne... Textauszüge, Essl Museum, 2014

Österreichische Moderne – Staudacher und zeitgenossen

„Kunst als Hoffnung und aussage der Nachkriegsgeneration“ (Dieter Ronte)

 

Mit der Ausstellung „Österreichische Moderne“ beleuchtet das Essl Museum vier künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise der Abstraktion gewidmet haben. Die Zusammenschau der Werke von Hans Staudacher und Vertretern der Gruppe St. Stephan, Wolfgang Hollegha, Josef Mikl und Markus Prachensky verdeutlicht, welchen Stellenwert sie für die Durchetzung der künstlerischen Avantgarde in Österreich hatten.

 

Als neueste künstlerische Tendenzen galten in den frühen 1950er Jahren der US-amerikanische Abstrakte Expressionismus und sein europäisches Pendant, das in Frankreich entstandene Informel, also die formlose Kunst. Eine freie gestische Malerei, bei gleichzeitig weitestgehender Abkehr von jeglicher Gegenständlichkeit war das Ideal dieser Strömungen. Diese Kunst des Westens galt als Synonym für einen Neuanfang und eine gesellschaftspolitsiche Neuorientierung nach dem 2. Weltkrieg.

 

In Österreich war die Situation für avantgardistische Strömungen indes schwierig. Das Land verharrte noch in einer Art Schockstarre und Sprachlosigkeit, die sämtliche Bemühungen nach Erneuerung lähmte. Das prononcierte Bestreben der Künstler, sich durch die Abstraktion von jeglicher ideologischer Beeinflußung wie z.B. durch die nationalsozialistische Propaganda zu befreien, stieß auf wenig Resonanz.

 

Erst die Gründung der Galerie (nächst) St. Stephan 1954 unter der Ägide von Monsignore Otto Mauer als Plattform für die Auseinandersetzung mit Gegenwartskunst, verhalf den jungen Avantgardisten zu einer größeren Öffentlichkeit. Der charismatische und äußerst engagierte Theologe Mauer förderte besonders die Künstler Wolfgang Hollegha, Josef Mikl, Markus Prachensky und Arnulf Rainer. Mit seiner persönlichen Vorliebe für die gestische Abstraktion, also dem freien, aus einer dynamischen Bewegung entstehenden Pinselstrich, kontte auch die informelle Malerei ihren Weg in die österreichische Kunstszene finden.

 

Viele der jungen österreichischen Künstler hielten sich Anfang der 50er Jahre für längere Zeit im Ausland auf, um dort die aktuellen Kunstströmungen kennenzulernen und in ihr eigenes Schaffen einfließen zu lassen. Paris war dabei ein bevorzugtes Ziel. Ein Künstler, der eine große Nähe zum ….....


Die Zusammenschau der Arbeiten der vier Künstler zeigt, dass die drei Vertreter der Gruppe St. Stephan stets in einer bestimmten Weise der Gegenständlichkeit verbunden bleiben. Bei Hans Staudacher ist die Abstraktion wesentlich konsequenter durchgeführt und hat sich vollkommen von jeglicher Gegenständlichkeit gelöst. ….