Josef Mikl 1929 - 2008

Literatur und Malerei, 1994

Das bessere Bild ist ausgewogen, Technik, Inhalt und Form ergänzen einander, sie sind im Gleichgewicht. Sprengt der Inhalt die Form, wird er das Wichtige, entstehen Salonbilder.
Gibt es gedankenlose Bilder?
Ein großer Raum mit Flecken und Streifen gefüllt ergibt eine leere Schachtel, einen sinnlosen Saal.
Ich war immer für Bücherkästen.
Bücherkästen mit gutem Inhalt.
Bücherkästen, die auch ausgelesen werden.
Keine Bestseller in den Regalen, keine Titelsucht.
Daher zuerst die Suche nach dem Inhalt, nach dem Gerüst des Ganzen.
Dann erst die Skizzen, die Probebilder, die Entwürfe.
Schließlich die Ausführung der Decke und später die Ausführung der Wandbilder für den großen Saal.
Für den großen Saal mit seinem Gleichgewicht.

 

in: Josef Mikl (Hrsg.), Zum Deckenbild und zu den Wandbildern des großen Redoutensaales der Wiener Hofburg 1994 - 1997, Wien 1997, S 47