Josef Mikl 1929 - 2008

Über meine frühen Plakate, 2004

Zwischen 1946 und 1948 besuchte ich die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt, die damals großartig für den einfachen Offsetdruck und für den Steindruck eingerichtet war.

 

Es gab qualitätsvolle, lichtbeständigere Farben, die man gut mischen konnte – keine gleichgeschaltete Zwergenskala –, an den Maschinen konnte man üben, auf Steinen und Folien ruhig arbeiten, bis zur großen Zeit der Galerie St. Stephan, für die ich Plakate – meine und fast alle anderen der Galerie –, Einladungen etc. druckte.

 

Mikl-Lithographien, Holzschnitte, Foliendrucke auf der Gewista-Plakatwand, zur einmaligen Verwendung, von Wiener Raunzern mit Erbitterung betrachtet, oft beschmiert, heruntergerissen.

 

Wenige Exemplare sind durch kleine Auflagen erhalten (die aber meinerseits immer wieder dezimiert wurden).

 

Damals stand in der Lehranstalt eine großartige, halbautomatische Seifert-Lithopresse für schwere Steine, für meine Bogenplakate gut zu gebrauchen (auf einer solchen druckte Toulouse-Lautrec).

 

Eine neue Schule wurde mit mehr Platz gebaut, da zerschlug man diese unersetzbare Maschine, um Platz zu haben.

 

Meine letzten Folienplakate druckte die Mettenverlag-Druckerei. Naturgemäß ist diese gute Anstalt längst verschwunden – was sonst, nur der Pofel bleibt für immer an seinem Platz.

 

In: Josef Mikl, retrospektiv 1947 - 2003, hrsg. von Carl Aigner, Tayfun Belgin, Wien 2004, S 111