Josef Mikl 1929 - 2008

Aus einem Gespräch mit Friedhelm Mennekes, 1987

[...] Meine frühen Einfälle wurden zu Maschinenfiguren. Die hatten ihren Ursprung in ausgebrannten Motorrädern, Autos, in gesprengten Panzern und abgestürzten Flugzeugen. Im Kriege, also in der Umwelt und nicht in der „modernen Kunst“. Die war damals einfachen Menschen unbekannt. […]

 

[...] Solche Kampfgegenstände machten aber Eindruck zum Furchtbaren hin, nicht zum Ästhetischen. Die Trümmerhaufen wurden gezeichnet, aufgezeichnet. Sie galten als Erinnerungsskizzen,waren als Vorrat gedacht, als rohes Material. […]

 

[...] Als Kind las ich die verfügbaren Zukunftsromane. Die amerikanischen waren Gott sei Dank nicht vorhanden, sie hätten in mir zuviel eingerichtet. Daß der Krieg ein Verhängnis ist, wußte ich. Aus der Literatur kamen weitere Verhängnisse, Geschichten von Menschen, die von blöden Maschinen beherrscht werden, und ähnliches. […]

 

[...] Grund, um sich aus einem gebrochenen Motorrad, aus Scherenfernrohren, aus einem gefallenen Flieger einen Getöteten zu basteln. Wer im Krieg starb, starb nicht im Rokoko, nicht in der Gründerzeit. Er starb durch Maschinen. Denn furchtbarer noch ist ihr Einfluß geworden. Er läßt die alte, die gebräuchliche Darstellung unserer Erdbewohner nicht mehr zu. Wir leben in u n s e r e r  v e r d a m m t e n  Zeit. [...]

 

Auszüge aus einem Gespräch zwischen Friedhelm Mennekes und Josef Mikl aus dem Originaltext. In: Josef Mikl (Hrsg.): Josef Mikl. Arbeiten 1980–1987. Wien, 1987, o. P. (mit Texten von Josef Mikl, Artur Rosenauer)