Josef Mikl 1929 - 2008

Humor und Satire, 2003

Die meisten mögen das zweidimensionale, das gemütliche, das primitive, das zerstreuende zu ihrer Unterhaltung.
Zwischen Tschunkeln in Ausflugslokalen (alles andere hat der Tourismus zerstört), der Zeitungslektüre und den lustigen Fernsehprogrammen mit dem eingeblendeten Lachen, entwickelt sich der Humor der meisten.
Für diesen Papendeckel – Humor gibt es Lieferanten genug: Broschürengrafiker, Witzezeichner, Fernsehblödler, Kabarettistenalleinunterhalten usw. ….

Die Ästheten täuschen bloß, denken sich gebildet, konsumieren das Selbe, leben in der primitiven gleichen Welt.
Da wir also in einer solchen humorvollen Welt leben, würden heutzutage Lehrgänge von Rabelais über Swift, Daumier, Nestroy zu Kafka und kraus nicht nur Widerstände sondern auch Krankheiten, Epidemien hervorrufen.
So ist dieser Nicht-Humor der meisten das Thema der wahren Karikatur, die Satire die Aufklärung der wenigen geworden.
So wenig möchte auch ich sein.

 

in: Josef Mikl, Brigitte Bruckner (Hrsg.), Josef Mikl, Arbeiten 1997 - 2008, Wien 2009, S 58