Josef Mikl 1929 - 2008

Dr. Heidi Wrabetz

2009, Gespräch mit Gabriele Baumgartner über Josef Mikl

Dr. Heidi Wrabetz war nicht nur eine gute Freundin Josef Mikls, sondern betreute ihn auch immer wieder als Ärztin.

 

...ungefähr 1968 Josef Mikl kennengelernt....bei einem berühmten „Lindenfest“ von Jutta Albert, mit der wir bekannt waren... Für mich hat die Malerei beim Nötscher Kreis aufgehört. Also ich habe mich für moderne Kunst überhaupt nicht interessiert... Also die Gäste die mir damals aufgefallen sind, waren der Josef, der Podgorski und der Qualitinger. Da war alles was Rang und Namen hat in Wien, vor allem in der Kunst, der Szene, Kritik, bei diesem Fest. Die Jutta hat eine große Gabe gehabt: Leute kennenzulernen und sie im Rahmen solcher Feste auch untereinander bekannt zu machen und an sich zu binden....Josef: Durch Zufall sind wir am Balkon gegenübergestanden und da habe ich – weil ich überhaupt nichts mit ihm anfangen konnte (Außer dass ich seinen Namen und seine Bilder gekannt habe...Ich habe nur gewußt, wie er malt, aber sonst gar nichts) Und da steht er also, ein Mann mit einem Weinglas – schon damals hat er den Kult mit den Gläsern gehabt – also mit seinem eigenen Weinglas. Das habe ich aber erst später, im Laufe des Abends, erfahren. - Und ich weiß nicht wie wir drauf gekommen sind, dass ich Chriurgin bin.  Und das freut ihn sehr, denn alles hat er bei Jutta erwartet, aber einen Arzt oder Ärztin, noch dazu eine Chirurgin kennen zu lernen, das irritiert ihn geradezu.
Da habe ich gefragt: Was ist daran so komisch?
Dann hat er gesagt: Ich bin auch Chirurg.
Ich habe gesagt: Na das ist ja großartig! In Wien? - Weil ich mir gedacht habe, in Wien kenne ich alle Chirurgen oder die meisten.
Nein, nein, sagte er, ich bin aus Deutschland.
Er hat mir aber immer noch nicht gesagt, wie er heißt. Und dann habe ich ihn gefragt was sein Spezialgebiet ist. Er hat gesagt: Die Leberchirurgie.
Und hat mich eine Stunde lang dort am Schmäh geführt. Aber mit einer Ernsthaftigkeit, dass ich ihm hineingefallen bin und erst hinterher habe ich mir gedacht: er hat das so geschickt gemacht. Wenn es zu fachlich geworden ist, hat er gesagt: Kollegin, darüber reden wir jetzt gar nicht.
Und dann bin ich den halben Abend lang nicht draufgekommen und habe meinen Mann gesagt: Du, die Jutta hat einen Leberchirurgen aus Deutschland da. Aber ich weiß nicht wie er heißt. Aber das werde ich schon noch im Laufe des Abends herausbringen.
...Und ich bin dann in die Küche gegangen. Es war einer der vergnüglichsten Abende. Da war der Podgorski und der Qualitinger, die haben dort Schmäh geführt...Auf den Josef habe ich ganz vergessen. Später habe ich die Jutta gefragt: Na wer ist denn der Leberchirurg aus Deutschland.
Sie sagte: Ich habe keinen Chirurg aus Deutschland.
Na dann sagte ich: Na, der dort?
Sie sagte: Das ist der Josef Mikl
Dann meinte ich: Naja, gut.
….