Josef Mikl 1929 - 2008

Asten, Oberösterreich, 1982, Hauptraum und Taufkapelle

 

Gesamt: 5 Glasfenster (3 hochformatige Fenster: 212 x 46 cm (für die Taufkapelle und Hauptraum) und 2 querformatige Fenster: 152 x 352 cm für die Marienkapelle)

Schwarzlottechnik, verbleites Glas, mundgeblasenes Echt-Antik-Glas

Glaswerkstätte Stift Schlierbach

Entwurf Glasfenster Asten

Den Auftrag für die Glasfenster der Pfarrkirche St. Jakob in  Asten in Oberösterreich erhielt Josef Mikl 1982. Vor der entgültigen Auftragserteilung hatte er für die 3 hochformatigen Fenster für die Taufkapelle und die Südostecke des Hauptraumes im Format 106 x 23 cm vor. Erst später kam auch noch der Auftrag für zwei querformatige Glasfenster in der Marienkapelle hinzu. Der Augustiner Chorherr Franz Lang, Pfarrer und Leiter des Zentrums, gab die Themen vor. Die Umsetzung dieser durch Josef Mikl verdeutlichen seine von ihm kommentierten Entwürfe.

 

Ein erster Entwurf für die drei schmalen Glasfenster zeigt eine Trennung in jeweils einen blauen oberen und einen roten unteren Teil. Laut Auftragserteilung sollte sich Josef Mikl bei den beiden Fenstern für die Taufkapelle an Johannes 3,5 „… geboren aus Wasser und Hl. Geist“ orientieren. Auf dem Entwurf beschrieb er schon die einschlagende Richtung, indem er diese Textstelle weiterverfolgte und eine der Bibelstelle folgende Zeile seitlich notierte: Was vom Fleisch geboren wird das ist Fleisch und was vom Geist geboren wird das ist Geist. Zur Untermauerung seiner Aussage platzierte er ausdrücklich das Wort Fleisch neben der roten und das Wort Geist neben der blauen Zone. In der ausgeführten Glasfassung erkennt man die auf den fleischlichen, irdischen Teil serpentinenartig eindringenden blauen Bahnen des Geistes.


Geburt

Format 210 x 45 cm

 

Das in der Südostecke des Hauptraumes befindliche dritte schmale Fenster thematisiert nach Matthäus 17,1-8 die Verklärung Jesu am Berg Tabor. Aus der Korrespondenz mit Pfarrer Lang geht hervor, dass aus zweierlei Gründen gerade diese Bibelstelle verbildlicht werden sollte: Der Grundstein der Kirche stammte vom Berg Tabor und der Kirchenpatron, der Hl. Jakobus, war Zeuge der Verklärung Christi auf dem Berg. Die seitlich angebrachte Inschrifttafel belegt: „Grundstein vom Berg Tabor, 25. Juli 1981 (Matt. XVII, 1-8)“. In diesem Fenster ließ Mikl in zwei V–Formen, das irdische Rot, vielleicht sogar als Symbol des Berges Tabor angedeutet und das himmlische Blau aufeinander zugehen. Bereits im Entwurf skizziert, findet sich im Fenster zwischen den beiden Formen ein weißes Quadrat. Laut dem Matthäus-Evangelium leuchtet Christus bei der Verklärung wie die Sonne und seine Kleider wurden weißer als das Licht. Katharina Girardi-Haller zitiert Mikl, der seine Komposition beschreibt: „Der weiße Kristall, Christus, ist der Mittler zwischen der irdischen (rot) und geistlichen Welt (blau) “.