Josef Mikl 1929 - 2008

Andreas Hoffer, Mela Maresch, Josef Mikl, Essl Katalog 2014

Josef Mikl geht in seiner Malerei oft vom menschlichen Körper aus und nimmt ihn als kompositorische Grundlage für seine Bild- und Farbräume. Im Laufe der Jahre verschiebt sich die Konzentration in seiner Malerei aber auf die Verdichtung von farbigen Flächen und rudimentären Körperformen zu momumentalen, von der Leuchtkraft der Farbe geprägten Kompositionen. Die Form des Gegenstandes kann bis zur Unkenntlichkeit zurücktreten, sei wird zum strukturierenden Element. Mikls Kompositionen werden von leuchtenden Primärfarben bestimmt, große, momuntenale Flächen prallen aufeinander, fransen aus, öffnen und verdichten sich. Der malerische Prozess und der Gestus sind als Handschrift im Bild immer präsent. Das Zufällige wird zugelassen, wie zum Beispiel Spritzer, Tropfen und rinnende Farbe, aber der gelenkten Gesamtkomposition des Bildes untergeordnet. Mikl trägt die Farbe relativ dünn, manchmal fast transparent auf.

 

In den 1980er- und 90er-Jahren entstehen Zyklen zu Theaterstücken von Ferdinand Raimund und Johann Nestroy. Darunter auch die Wandbilder und das monumentale Deckenbild für den Redoutensaal der Wiener Hofburg. Mikl schafft dafür Farbklangräume, wobei nicht mehr ein Raum aus der Figur entwickelt, sondern der Raum für die Figur geschaffen wird.

 

Andreas Hoffer, Mela Maresch

in: made in austria, statement by karlheinz essl, Wien 2014

 

Anlässlich der Ausstellung: made in austria, statement by karlheinz essl 2014 im Essl Museum